Sowohl in der Grundstufe als auch im Kinderhaus leben in den einzelnen Gruppen Haustiere, die von den Kindern (in der Grundstufe) selbstständig versorgt werden. Je nachdem was die artgerechte Haltung voraussetzt, leben die Tiere im Gruppenraum oder auf dem Schulhof.
Die Mensch-Tier-Beziehung ist etwas ganz Besonderes. Die amerikanische Pharmakologin Karen Allen belegte die stressmindernde Wirkung von Tieren auf den Menschen. Die Vorteile einer Tierhaltung in Kinderhaus und Schule sind also sowohl fachlicher, didaktischer als auch erzieherischer Natur.
Auch Maria Montessori, war es wichtig, Kinder mit Tieren zu konfrontieren. Es war Teil ihres Konzepts der Sozialerziehung und unterstützt besonders die Vermittlung von Verantwortung. „Die Tierpflege ist ebenfalls ein Mittel zur Erziehung zur Verantwortlichkeit und findet in der Montessori-Pädagogik höchste Beachtung. Die Liebe der Kinder zu Tieren ist bekannt und weil durch die Liebe die schönsten Kräfte der Kinder zu Tieren geweckt werden, hat diese Erziehung von dieser Tatsache auszugehen und dem Kinde die Mittel zur Verfügung zu stellen, die seine Fähigkeiten wecken und stärken. In jedem Montessori-Heim sollten Tiere, wie Kaninchen, Mäuse, Katzen, Hunde vorhanden sein, für deren Pflege die Kinder aufzukommen haben.“ (Montessori, Maria (1923): Das Kind in der Familie, S. 78)
Mit den Haustieren auf unserem Campus lernen die Kinder verantwortungsbewussten Umgang mit Lebewesen, fördern eine emotionale Bindung und den Respekt vor Lebewesen und erwerben Wissen über eine artgerechte Tierhaltung.
Die Kinder übernehmen während dem Kinderhaus- und Schulalltag die komplette Pflege der Tiere. Sie versorgen die Tiere mit Wasser und Nahrung, säubern das Tierzuhause (Stall) und sorgen dafür, dass sich das Tier nicht langweilt. Auch erleben sie mit, wenn ein Tier krank wird und besonderer Pflege bedarf. So können die Kinder er ein tiefgehendes Bewusstsein dafür entwickeln, was es bedeutet, für ein anderes Lebewesen verantwortlich zu sein.
Im Gruppenraum können Kinder die Tiere gut beobachten: Sie sehen, wann sie fressen und schlafen, wie sie mit Artgenossen umgehen, sich in ihrem Lebensraum bewegen und beschäftigen. Das forschend-entdeckende Lernen motiviert die Kinder und hilft ihnen selbstständig zu denken und Fragestellungen bzw. Hypothesen zu entwickeln. Während verhaltensbiologischen Beobachtungen können die Kinder diese Hypothesen überprüfen.

