Unsere Waldgruppe „die Füchse“ ist seit Januar 2019 Teil des Montessori-Kinderhauses Dietzenbach. Hier wird die Montessoripädagogik und die Waldpädagogik vereint und bietet ein reichhaltiges Bildungsangebot. 

Insbesondere in ihren ersten Lebensjahren entwickeln Kinder ein besonderes Augenmerk im Hinblick auf die Natur. Sie können eine Haltung der Achtsamkeit und des Respekts vor anderen Lebewesen aufbauen und merken: „Ich bin auch Teil der Natur.“ Dadurch entsteht eine intrinsische Motivation unsere Heimat – den Planeten Erde – und dessen Bewohner zu schützen. 

Tagesablauf  

Der Weg  

Sobald sich alle Füchse morgens im Garten des Kinderhauses gesammelt haben, startet die Gruppe Richtung Wald. Auf dem Weg durch das Wohngebiet sammelt jedes Kind Erfahrung im Straßenverkehr und kann in diesem verkehrsberuhigten Umfeld die richtige Vorgehensweise lernen. Sobald das Wohngebiet verlassen wurde, gibt es vielfältige andere Bildungserfahrungen, welche die Kinder machen können. Es gibt Spaziergänger mit Hunden, es kommen Fahrräder vorbei, manchmal auch ein Auto. Die Kinder entdecken die unterschiedlichen Pflanzen am Wegesrand, können Tiere und Insekten beobachten, sind motorisch gefordert und entwickeln in diesem Zuge bereits in einen intensiven sozialen Austausch miteinander. Jede Entdeckung bietet eine Lernerfahrung und ist Teil unserer Wege-Pädagogik. 

Der Wald 

Im Wald hat die Waldgruppe verschiedene Plätze zur Auswahl, welche unterschiedliche Bildungserfahrungen ermöglichen. An manchen Orten gibt es gute Klettermöglichkeiten und andere haben besondere Pflanzen. Einige Plätze bieten eine höhere Wahrscheinlichkeit bestimmte Tiere oder Insekten zu entdecken und wieder andere haben Wasser oder sind besonders gut zum Bauen und Werken geeignet. Viele Plätze zeigen zu unterschiedlichen Jahreszeiten oder bei verschiedenen Wetterverhältnissen ein anderes Gesicht. 

Zu welchem Platz es geht wird tagesaktuell entschieden.  Wenn die Gruppe angekommen ist, sammeln sich alle erstmal zusammen. Dann werden die Besonderheiten des Platzes durchgesprochen. Die Kinder lernen dort Gefahren im Wald zu erkennen und adäquat zu handeln, wenn sie welche entdecken. 

Im Anschluss beginnt eine intensive Lernphase. Der Wald bietet eine Vielzahl von Lernfeldern, die es zu entdecken und zu nutzen gilt. Die Kinder können ihre großen Bewegungen entwickeln und sind genauso in ihrer Feinmotorik intensiv gefordert. Alles im Wald hat einen Namen, den man kennen und meist auch wortwörtlich begreifen kann. Somit ist der Wald ein idealer Ort für Kommunikation. Der Wortschatz wird erweitert und die Aussprache gefordert. Die älteren Kinder suchen sich ihre Infos selbst aus Büchern und sammeln intensive Praxis im Lesen. Im gemeinsamen Spiel finden die Kinder eine gute Grundlage, um den mathematischen Geist aufzubauen. Mengenverständnis wird mit Naturmaterialien erworben und geometrische Erfahrungen gesammelt. Die Kinder lernen so natürlich und praktisch angewandt zu rechnen. 

Eine der großen Stärken des Waldes liegt in seiner sinnlichen Vielfalt. Der Wald bietet einen Erfahrungsschatz für alle Sinne. Die Kinder lernen differenziert zu riechen, können mit den verschiedenen Waldklängen ihr Gehör schulen, entwickeln einen fein differenzierten Tastsinn und bekommen ganz viel Information über die Raum-Lage. Mit seinen farblichen Variationen gibt der Wald auch dem Auge die Möglichkeit wirklich auszureifen. 

Der Mensch kommt in seinen Wurzeln aus dem Wald. Bis heute gehen Menschen in die Natur, um sich zu entspannen, sich zu erholen oder um sich wieder ausgeglichen zu fühlen. Trotz all der Lernerfahrungen und der Fülle an sinnlichen Reizen wirkt der Naturraum Wald auf die Kinder wie ein Ruhepol. Innerliche Ausgeglichenheit ist die beste Grundlage für die kindliche Entwicklung und der Wald bietet den Kindern eine enorme Hilfestellung dafür. 

Der Gruppenraum 

Die Füchse haben am Campus wie alle Kinderhausgruppen auch einen Gruppenraum. Dort sind die Abläufe prinzipiell wie in den Hausgruppen. 

Unsere Waldgruppe kommt täglich zum Mittagessen zurück in den Gruppenraum und verbringt den Rest des Tages dort. 

Besonderheiten 

Einmal in der Woche und an Geburtstagen machen die Füchse einen „Haus-Tag“. An diesem Tag bleiben die Füchse im Gruppenraum und erleben den „normalen“ Kinderhaus-Alltag. 

In den warmen Jahreszeiten machen die Füchse einmal in der Woche einen „Vollen Wald-Tag“. An diesem Tag essen die Kinder im Wald zu Mittag und kommen erst um 15 Uhr zurück zum Kinderhaus.  

“Children indeed love flowers, but they need to do something more than remain among them and contemplate their coloured blossoms. They find their greatest pleasure in acting, in knowing, in exploring, even apart from the attraction of external beauty. ” 

– Maria Montessori, The Discovery of the Child, S. 74